Das Blog als Kommunikationsmittel 16. Feb
Okay, das Thema Blogs ist ja nun nicht neu. Blogger haben ihre eigenen Konferenzen, werden als Presse endlich ernst genommen und bieten uns Themen in allem Geschmacksrichtungen feil. Was mich aber schon lange beschäftigt ist, wie nutzt man dieses Kommunikationsmittel denn eigentlich privat?
Zielgruppe?
Will ich wirklich darüber schreiben das der Schokopudding von eben echt der Hammer war, und dass obwohl ich eigentlich Vanille Fan bin? Will das einer lesen? Und schon stehe ich vor der Frage: Wer ist eigentlich meine Zielgruppe? Hmm, da begebe ich mich doch schon wieder auf den Weg für Menschen zu schreiben die ich gar nicht kenne und die mich wahrscheinlich auch nicht kennen. Eigentlich will ich doch aber Kontakt zu den Menschen herstellen die mich kennen oder mich noch kennen lernen werden: meine Freunde, Kollegen, Familie etc.
Also, interessiert die denn mein Schokopudding-Erlebnis? Also meine Freunde sicher nicht, es sei denn ich bringe nachher welchen mit. Meine Kollegen fragen sich warum ich für so ’nen Scheiß Zeit hab während sie am ackern sind. Ok, meine Ma interessiert es vielleicht wenn sie den gekocht hat. Alles in allem ein klares Jein.
Vielleicht sollte man sich erst mal einen Überblick verschaffen.
Ein Aufschrei hallt durchs Web 2.0 und alle sind total aus dem Häuschen, denn jetzt gibt es endlich Twitter. Die digitale Reizüberflutung für alle die noch lesen können.
Twitter wird ja von vielen Leuten hoch gelobt und ausgiebig genutzt. Aber was fang ich denn damit an, nicht alle meiner 200 StudiVZ-Buddys (Wer seid ihr eigentlich?) twittern und ich auch keine 1337 Follower, die wissbegierig an meinen Lippen hängen um sich dann an jedem Wort hochzuziehen. Also was macht man mit Twitter wenn man kein web 2.0 Celebrity ist?
Ich benutze Twitter vor allem auf 3 Arten:
1. News
Die meiste Web 2.0 Prominenz benutzt Twitter ja auch ganz gerne als Push-Dienst für mehr oder weniger wichtige Nachrichtenmeldungen. Dem einen oder anderem Sympath möchte man vielleicht auch einfach nur folgen weils einen interessiert was der so den ganzen Tag macht. Quasis Digital-Stalking.
2. Instant Messaging
Viel interessanter und aktiver ist die Funktion als Instant Messenger, auch wenn nur eine Hand voll Freunde von mir bei Twitter sind, für diese wenigen macht es extrem Sinn. Noch nie konnte man sich schneller fürs Kino verabreden und da die ganze Diskussion ja auch öffentlich ist, bekommen es alle mit und können bei Gefallen auch daran teilnehmen.
“Alles was sie jetzt sagen kann vor Gericht gegen sie verwendet werden!” heißt es immer so schön, und deswegen sollte man sich auch bei Twitter bewusst sein, das man immer eine öffentliche Diskussion führt, weshalb die Kinoverabredung am blaugemachten Montag vielleicht doch nicht per Twitter klar gemacht werden sollte.
3. Statusmeldung
Zu Guter letzt, kann man immer mal in die Welt twittern was man gerade so macht, wie es einem so geht oder was der ganze Scheiß eigentlich soll. Moderne Social-Networks wie Facebook lassen einen auch gleich die Statusmeldung importieren, womit auch alle Nicht-Follower immer auf dem laufenden bleiben. Wie weit man sich im Internet ausziehen will muss jeder für sich selber entscheiden.
Also, die Sache mit dem Schokopudding kann man vielleicht auch in den 140 Zeichen einer Twitter-Meldung unterbringen, ausserdem erreicht es nur die Leute die unbedingt alles über einen wissen wollen, und die sollten ja auch an meinen Schreibstil und den Informationsgehalt meiner Nachrichten gewöhnt sein.
Tumblelogs/Social Bookmarks und andere Vagabunden
Ich sehe diese Dienste, vor allem als Möglichkeit seine Freunde ohne großen Aufwand auf Interessantes und Neues aus dem Netz aufmerksam zu machen. SO quasi: “Hey, kennste die Site schon. Die machen jQuery für Rails.”, nur dass man nicht mehr nebeneinander sitzen braucht. Gerade in Gruppen mit vielen ähnlich Interessierten kommt schnell eine qualifizierte Bookmarkliste zusammen.
Auch wenn du Überschrift etwas unscharf ist, so gibt es eine Menge sozialer Dienste im Netz die man als Datenreisender häufig nutzt. Bei mir beschränkt sich das eigentlich auf Flickr und Del.icio.us. Dazu kommst noch Soup.io, was es mir ermöglicht alle diese Dienste zusammen mit meinen Tweets in einen Nachrichtenstrom zusammenzuführen. Dabei heraus kommt dann quasi mein digitaler Fußabdruck. Wer hier die totale Überwachung wittert, der liegt nicht ganz daneben. Im Prinzip führe ich hier alle Informationen über mich zusammen woraus ein Gesamtbild entsteht.
Allerdings sind all dies Informationen die von mir bewusst Preis gegeben werden. D.h. ich kann das Bild das von mir entsteht ganz bewusst steuern. Ums mal klar und deutlich zu sagen, bevor irgendjemand totalen Scheiß über mich verbreitet nehme ich das Ruder doch lieber selbst in die Hand und verbreite meinen eigenen Kram.
Blogs
Eigentlich hat mein Gedankengang ja bei den Blogs angefangen. Wir finden viel zu selten die Möglichkeit uns mal zusammen zu setzen und über ernsthafte und weniger ernsthafte Themen zu reden. Klar findet man immer mal Zeit mit ein paar Kollegen oder Freunden in eine Kneipe zu gehen um was zu trinken und sich zu unterhalten. Aber wann war denn nochmal die letzte Diskussion zum Thema: “Ist die Klimaerwärmung schuld am Sterben der Robben, oder sollte ich sie nicht so oft mir Schokopudding füttern?”.
Zu welchen Themen man so bloggt und deren Sinnhaftgkeit sie an dieser Stelle mal ganz aussen vor gelassen. Ich finde es aber ein prima Medium um Themen zu denen man sich momentan mehr oder weniger ernsthafte Gedanken macht der Umwelt mitzuteilen. Ein offener Brief. Vielleicht.
Ich habe die Möglichkeit auf so vielen Zeilen wie mir lieb ist meine Meinung zu äussern. Ob diese nun letztendlich jemanden interessiert steht auf einem anderen Blatt. Ganz genau zu diesem Zweck möchte ich diese Blog in Zukunft nutzen. Ich hoffe es interessiert euch.
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